Ich bin Webdesigner! Na und, ich doch auch!
So könnte das Gespräch zweier Webdesinger anfangen die eine Menge auf sich halten. Denn in dieser Branche tummeln sich verdammt viele die es sein wollen oder werden wollen. Dabei kann jeder Hans und Franz eine eigene Webseite alá Frontpage basteln. Natürlich spricht man dann hier nicht mehr von Qualität sonder eher vom 08/15 Low-Budget Baukasten Produkt. Aber mal ehrlich liebe Designer! Diese Art zu designen ist einfach nur lächerlich.

Dennoch kommt es viel zu oft vor, dass Kunden eine solche Webseite kaufen bzw. abnehmen. Hier hat der Designer Verkäufer alles richtig gemacht. Jedoch ist der Kunde kürzester Zeit sehr unzufrieden mit diesem Produkt (Layout) so dass er es reklamieren oder Faceliften möchte. Und schon zahlt der Kunde einen batzen Geld drauf. Dies ist nur eine masche wie es ablaufen könnte.
So in etwa habe ich es schon oft gehört. Kunden die diese Erfahrung machen mussten, sind nicht selbst Schuld. Nein! sie werden förmlich wie in eine Art Gewinnspiel abgezockt. Ich bin es satt immer und immer wieder die gleichen Erzählungen von Leuten zu hören, die dieses wiederfahren ist. Der Kunde wird praktisch ausgenutzt. Und was bekommt er für sein Geld? Eine Webseite im 08/15 Baukasten System. Sozusagen eine Raufasertapete die nicht mal angestrichen wurde. Und diese Leute nennen sich dann auch noch Webdesigner…
Aber wie kann man sich vor diesen schwarzen Schafen schützen?
- Hat der Webdesigner einen Gewerbeschein bzw. kann dieser mir eine Rechnung ausstellen?
Hier kann man schon im Vorfeld sehen, wie ernst es dem Designer eigentlich ist.
- Welcher aktuellen Referenzen kann er vorweisen?
Hat dieser gar keine vorzuweisen oder nur welche die einen persönlich gar nicht ansprechen, sollte man spät. jetzt sich nach einen neuen Webdeisgner umschauen.
- Welche Leistungen bietet dieser Webdesigner alles an?
Sollte dieser jetzt mit unendlich vielen Leistungen auftrumpfen, ist eines klar. Hier ist was faul. Kein Webdeisgner kann alle Fachgebiete abdecken. Ein Vergleich: Geht man in ein Restaurant und hat hunderte von Gerichten auf der Speisekarte stehen, kann man eines sich selbst beantworten. Die Zutaten sind nicht frisch und die Qualität dürfte auch nicht allzu gut sein.
- Vertraglich absichern?
Es empfiehlt sich immer die genauen Leistungen die ebracht werden sollen, klar zu definieren und schriftlich festzuhalten. Nur so kann man spätere Streitigkeiten aus dem Wege gehen.
- Wie wird der Preis definiert und kommen Folgekosten auf mich zu?
Der Preis sollte vertraglich in Form von Festpreis oder Stundensatz festgehalten werden. Wobei bein einem Stundensatz die ungefähre Stundenzahl des Projektes festgehalten werden sollte
Leistungen – Aber speziell

Welche Leistungen ein Webdesigner anbietet, hängt im allgemeinen auch davon ab, wie groß sein Team bzw. auf welche freiberuflichen er zurückgreifen kann. Denn im Webdesign kommt es nicht mehr darauf an eine Webseite zu stricken. Sie muss genau geplant werden. Dieses möchte ich einmal grob darstellen.
- Mockup - Skizzierung der Webseite (Platzierung von Elementen)
- Screendesign (grafische Darstellung der Webseite inkl. Details als Bilddatei) Umsetzung (Die Webseite wird programmiert – funktional gemacht)
- Suchmascheinenoptimierung (jede Webseite möchte im Internet gefunden werden)
- Marketing (Vermarktung der Webseite)
- Evtl. Optimierung, Facelift & Redesign
Jeder dieser Punkte könnte ein Spezialgebiet bzw. eine Spezialisierung eines jeden Webdesigners sein. Denn eine einzelne Person kann unmöglich alle Punkte beherschen. Zumal ich hier nur eine grobe Darstellung aufgelistet habe. Man könnte hier noch viel weiter ins Detail gehen. Beispielsweise bei Punkt 3. gibt es mehrere Unterteilungen. Nähmlich die der Programmiersprache HTML und CSS. Dazu kommen dann noch PHP, MySQL usw. usw.
Vor kurzem bin ich im pixelgraphix Weblog von Manuela Hoffmann auf das Thema gestoßen “Müssen Designer HTML schreiben können?” Ich habe dazu einfach mal mein Kommentar was ich dort hinterlassen habe kopiert.
Ob Designer oder Webdesigner. Ich finde das die Branche allgemein eine Spezialisierung benötigt. Ein freiberuflicher Webdesigner zum Beispiel muss im Grunde genommen alles können. Von der Akquise, Kundengespräche über das anfertigen eines Screendesigns bis hin zur funktionalen Webseite. Natürlich darf ein SEO Paket nicht fehlen.
Also ich finde, dass das den Horizont eines jeden Webdesigners übersteigt. Ich hole mir gerne hilfe von anderen freiberuflern die auf Ihrem Gebiet spezialisiert sind. Zumal diese mich dann auch gerne weiterempfehlen oder sogar meine Dienste in Anspruch nehmen.
Der Begriff Webdeigner ist zumal ja auch kein eingetragener Beruf bzw. Berufsbezeichnung. Viele nutzen diesen jedoch, weil er nach Außen hin für viele modern klingt und man erwarten kann, das man eine Webseite bekommt sofern man einen Webdeisgner einen Auftrag erteilt.
Vorteilhaft wäre beispielsweise die Bezeichnung:
Webdesigner Fachrichtung Screendesign oder
Webdesigner Fachrichtung Navigationsdesigner
usw. usw.Dennoch möchte ich jetzt nicht ganz vom Thema abschweifen. Zurück zur Frage. Müssen Designer HTML schreiben können?
Ja das sollten sie. Denn ein Designer muss sich ungefähr vorstellen, wie man die Seite nachher zerteilen könnte um das entsprechende Ergebnis zu bekommen. Ob der Designer jetzt alle Klassen wie CSS und HTML beherschen muss, möchte ich hier einmal weglassen. Zumindest aber sollte der Designer über die Grundkenntnisse verfügen wie eine Webseite im Grundgerüst aufgebaut ist.
Sollte nicht ein Programmierer designen können ?!
Zum Schluss möchte ich noch ein paar Weblinks auflisten wo es darum geht, wie die Zukunft des Webdesigners aussieht – Die Spezialisierung
- http://webstandard.kulando.de/post/2009/03/27/die-zukunft-von-webdesignern-spezialisierung
- http://daswebdesignblog.de/spezialisierung-als-webdesigner/966.html
- http://www.mediengestalter.info/forum/45/welche-moeglichkeiten-mich-auf-webdesign-zu-spezialisieren-23495-1.html
- http://www.pixelgraphix.de/weblog/artikel/muessen-designer-html-schreiben-koennen/#kommentar-37181
Hallo, mein Name ist Patrick Offczorz und ich bin Grafik & Webdesigner. Auf "gfxpark" blogge ich über Themen die mit Webdesign & Selbstständigkeit zu tun haben und Berichte über meine Erfahrungen. Aktuelle Ereignisse berichte ich regelmäßig auf 














Hey!
Bei deiner Auflistung würde ich noch das Webhosting erwähnen. Wenn bspw. ein Shop erwünscht ist, braucht man schon einen fähigeren Hoster als 1&1.
Ebenso ist dies eine spezielle Leistung (dann Punkt 6?), die auch von einem professionellen Hoster bzw einem spezialisierten Admin erledig werden sollte. Im Service gibt es da auch riesen Unterschiede.
Ich hab übrigens einen Kunden, der aus Kostengründen zur Baukasten-Konkurrenz gewechselt ist. 4 Monate sind vergangen und es ist noch nichts passiert.
Hi Szascha. Du hast natürlich recht. Der Webhoster spielt auch eine wichtige Rolle in der Dienstleistung.
Was meinst du mit nichts passiert. Im Sinne von kein Design/Webseite Online ?
Netter Artikel , ich werde heute Abend nochmal drüberschauen
Ich bin froh über jeden Artikel im Internet, der die potentiellen Kunden darüber aufklärt, dass Qualität auch einen gewissen Preis hat.
Zu oft erlebe ich Reaktionen wie “500 Euro für eine Website?!”.Immer wieder muss man den Leuten die Qualität klar machen, die man liefert…
Das ist auch so eine Modeerscheinung geworden, dass jeder, den schon mal eine Webseite mit nem Baukastensystem zusammengebastelt hat plötzlich Webdesigner ist. Ohne mindestens 10 Seiten von einem Webdesigner gesehen zu haben, sollte man keinen Auftrag vergeben. Auch hat man dann die Möglichkeit, bei diesen Kunden mal nachzufragen, wie zufrieden diese denn sind.